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Moderner Motorroller-Kult: Der VESPA Zauber steckt im Detail beim Fahrgestell einstellen

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Ein solides Fahrwerk verkürzt den Bremsweg, verbessert den Fahrkomfort und erhöht die Kurvensicherheit. Der Fahrkomfort wird auch durch das Fahrwerk bestimmt. Viele Hersteller sind bestrebt, dem Wunsch vieler ZweiradnutzerInnen nach einem besseren Fahrwerk nachzukommen. Die Fahrwerkstechnik ist in einer breiten Palette von Optionen erhältlich, um allen Bedürfnissen und Budgets gerecht zu werden. Selbst erfahrene TechnikerInnen stehen vor dem Problem, alle Parameter richtig einzustellen.

Federbeine haben zwei wesentliche Bestandteile:

1. Feder: Eine Feder ermöglicht eine flexiblere Radaufhängung. Dies ermöglicht eine komfortable Fahrt und einen gleichmäßigen Kontakt der Reifen mit dem Boden, auch auf unebenen Fahrbahnen.

2. Dämpfer: Er dämpft die Einfederungsbewegung des Rades. Ohne den Dämpfer würde die Kraft der Feder beim Ausfedern zu einem schlechten oder gar keinem Fahrbahnkontakt führen. Außerdem würde dies den Fahrkomfort beeinträchtigen.

Welchen Nutzen haben die einzelnen Einstellungsmöglichkeiten?

1. Federrate: Wie stark ein Dämpfer bei einer bestimmten Kraft zusammengedrückt wird, wird durch die Kennlinie der eingebauten Feder bestimmt.

2. Progressive Feder: Bei progressiver Einfederung nimmt die Federkraft einer solchen Feder zu. Fahrgestelle mit geringem Federweg profitieren von dieser Eigenschaft.

3. Federvorspannung: Mit einer Mutter lässt sich die Länge der Feder im unbelasteten Zustand einstellen.

4. Zugstufe: Die Zugstufendämpfung wird in der Regel über das Einstellrad am Ende der inneren Dämpferstange verändert. Die Zugstufendämpfung steuert, wie viel Energie aufgebracht wird, um der Auswärtsbewegung der Feder entgegenzuwirken.

5. Ausgleichsbehälter: Fügt dem Dämpfungsmedium aus der Dämpferpatrone Volumen hinzu. Verbessert die Einstellmöglichkeiten des Dämpfers und gewährleistet eine gleichmäßige Dämpferwirkung mit besserem Temperaturausgleich.

6. Druckdämpfung: Hier wird die Kraft bestimmt, mit der der Dämpfer der Druckbewegung entgegenwirkt. Die Einstellung erfolgt häufig über ein Rad am Reservoir des Dämpfers.

7. High/Low-Einstellung oder doppelte Druckstufe: Hier kann die Gegenkraft zu schnellen und langsamen Einfederungsbewegungen individuell eingestellt werden.

Der grundlegende Aufbau des Dämpfers

Ein Dämpfer kann auf unterschiedliche Weise aufgebaut sein, obwohl die meisten heutigen Stoßdämpfer die gleiche Grundkonstruktion verwenden. Ein Kolben ist in einem Zylinder untergebracht und mittels einer Kolbenstange mit der entgegengesetzten Seite der Radaufhängung verbunden. Das Öl fließt von einer Seite des Zylinders zur anderen, wenn sich der Kolben bewegt. Da die Perforationen für die innere und äußere Federbewegung unterschiedlich groß sind, können diese Bewegungen unterschiedlich stark gedämpft werden.

Welchen Einfluss hat die federnde Vorspannung?

Mit der Federvorspannung wird nicht die Härte der Federung verändert, sondern die Höhe eingestellt. Das dient vor allem dazu, die Federung an wechselnde FahrerInnengewichte anzupassen, kann aber auch genutzt werden, um die Geometrie zu verändern, zum Beispiel auf einer Rennstrecke. Es geht um eine Federkennlinie, also darum, wie weit eine Feder einfedert, wenn sie einer bestimmten Kraft ausgesetzt ist. Das würde bedeuten, dass ein 400 mm langer Stoßdämpfer bei Belastung immer noch 320 mm lang ist. Die Länge, die der Feder im unbelasteten Zustand zur Verfügung steht, verringert sich, wenn die Federvorspannmutter angezogen wird. Die Feder würde dadurch um 40 mm zusammengedrückt werden. Da die Feder nun weniger zusammengedrückt ist, als sie es unter der Kraft des 100 kg schweren Fahrerenden war, wird sie auf die gleiche Länge wie zuvor, also 220 mm, zusammengedrückt.

Wichtiger Hinweis: Das Gewicht des Fahrerenden hat die Feder auf die gleiche Länge zusammengedrückt, auch nachdem sie eingestellt worden ist. Das bedeutet, dass die Feder immer noch so straff ist wie vor der Änderung. Die Höhe des Fahrzeugs bei Beladung mit dem Fahrerenden ist der einzige Punkt, der sich geändert hat. Das Verhältnis von positivem zu negativem Federweg hat sich ebenfalls geändert.

Wie lässt sich die Federvorspannung einstellen?

Um die Vorspannung optimal einzustellen, muss zunächst den Federweg im entlasteten Zustand ermittelt werden. Theoretisch sollte der negative Federweg 25-30 Prozent des gesamten Federwegs ausmachen. Dieser Wert lässt sich nur schwer auf die Bedingungen eines herkömmlichen Schalthebels übertragen. Etwa 2 cm sind hier ein guter Richtwert.

Was bewirkt die Einstellung der Zugstufendämpfung?

Eine Zugstufe gleicht die Unebenheiten aus, wenn das Rad über ein Hindernis rollt. Mit der Zugstufendämpfung kann variiert werden, wie viel Kraft der Dämpfer auf die Feder ausübt. Wenn die Zugstufe zu hoch eingestellt ist, kann ein „Aufzieheffekt“ entstehen. Der Reifen wird bei einer Reihe von Hindernissen zusammengedrückt, ohne dass er zwischen den Hindernissen ausfedern kann.

Wie wird die Zugstufen-Dämpfung optimal eingestellt?

Die beste Zeit dafür hängt stark von der Länge des Federwegs ab. Eine gute Faustregel für eine gute Grundeinstellung ist, dass das Fahrgestell in etwa einer Sekunde ausfedern sollte. Wenn das Fahrgestell langsamer ausfedert, muss die Zugstufendämpfung erhöht werden. Durch „Mitzählen“ oder das Aussprechen der Zahl „einundzwanzig“ kannst Du beurteilen, ob die Zeit für das Ausfedern richtig ist.

Der Ausgleichsbehälter

Nur hochwertige Federungssysteme verfügen über eine einstellbare Einfederungsstufe. Die Temperatur des Öls wird durch einen externen Ausgleichbehälter konstant gehalten. Der Durchmesser der Bohrung, durch die das Öl in den Ausgleichsbehälter fließt, kann verändert werden. Ein weiterer Vorteil eines Ausgleichsgefäß ist, dass ein Ventil genau am Übergang von der Patrone zum Behälter platziert werden kann, um die Druckstufe zu verändern.

Wie funktioniert die Kompressionsstufe?

Der Dämpfer übt eine große Kraft auf die Kompression aus, wenn das Ventil zum Reservoir geschlossen ist. Wenn es offen ist, wird die Kompression nur geringfügig reduziert. Die Druckdämpfung verändert das Verhalten der Feder in ähnlicher Weise wie die Feder-Vorspannung und ermöglicht eine Anpassung der Eigenschaften, die mit der Vorspannung der Feder nicht möglich ist.

Wie wird die Druckstufendämpfung richtig eingestellt?

Die richtige Grundeinstellung der Druckstufendämpfung ist schwieriger zu ermitteln und als Faustregel anzuwenden als die Einstellung der Zugstufendämpfung. Die richtige Einstellung erfordert sowohl Erfahrung als auch Fingerspitzengefühl. Für die Voreinstellung ist eine Trockenübung hilfreich: Der/Die FahrerIn steht über dem Motorroller und presst kräftig sein/ihr ganzes Gewicht auf den entsprechenden Federdämpfer.

Doppelte Druckstufendämpfung

Es ist nicht einfach, einen Stoßdämpfer mit doppelter Kompression einzustellen. Es gibt ein paar Dinge, die Du beachten solltest, damit Du verstehst, was geändert wird. „Highspeed“ und „Lowspeed“ sind die beiden Druckstufen. Gemeint ist die doppelte Druckstufendämpfung, mit der der Dämpfer komprimiert wird, und nicht die Geschwindigkeit des Rollers. Selbst kurze, heftige Stöße verursachen selten Hochgeschwindigkeitsbewegungen.

In dynamischen Fahrsituationen, wie z. B. bei langen Bodenwellen, beim Anhalten oder beim Beschleunigen, stabilisiert die Druckdämpfung bei niedrigen Geschwindigkeiten den Motorroller. Wenn die Feder ohne die Druckdämpfung zu stark ausfedern würde, wird sie unterstützt.

Wie kann man High- und Lowspeed einstellen?

Mit der Konfiguration der doppelten Druckstufendämpfung haben wir die Stufe 2 der Federungseinstellung erreicht. Da der überschüssige Druck nicht früh genug abgebaut werden kann, werden je früher das Highspeed-Ventil öffnet, desto mehr Lowspeed-Druckstufen eingestellt. Um dies einwandfrei zu bewerkstelligen, braucht man nur ein wenig Übung. Fünf Klicks sind ein Wert, der gelegentlich als Richtwert verwendet wird.

Hinweis: Stelle beim ersten Start die hohe und die niedrige Geschwindigkeit auf die gleichen Werte ein. Fahre so fort, als ob Du eine einfache Druckstufendämpfung einstellen würdest. Nachdem Du einen guten Wert gefunden hast, achte besonders auf das Fahrverhalten im Hochgeschwindigkeitsbereich. Zum Beispiel beim starken und schnellen Bremsen vor einer Kurve. Die Hochgeschwindigkeitseinstellung muss erhöht werden, wenn der Vorderreifen zu schnell einknickt. Öffne die Hochgeschwindigkeitseinstellung, wenn z. B. das Hinterrad durch eine starke, schnelle Bodenwelle beschädigt wird, einen Block berührt und das Heck hochzieht, ohne den Federweg zu nutzen.

Zusammenfassung und Fazit

Wenn Du ein Fahrgestell richtig einstellen willst, muss Du zunächst verinnerlichen, wie das funktioniert und die Auswirkungen der verschiedenen Einstellmöglichkeiten verstehen. Das Einzige, was hilft, ist viel fahren und testen, um ein Gefühl für die Dinge zu bekommen und verschiedene Einstellungen vergleichen zu können. Es braucht Zeit und Geduld, um ein perfektes Fahrgestell zu realisieren.

Auch beim Kauf einzelner Komponenten solltest Du bedenken, dass ein steifes Fahrgestell kein gutes Fahrgestell ist und schon gar nicht sportlich. Die Reifen müssen in der Lage sein, Bodenunebenheiten auszugleichen und optimalen Kontakt zur Straße zu halten. Das ist das Einzige, was sportlich ist. Daher muss die Härte eines Fahrgestells mit der Fahrbahnoberfläche kompatibel sein. Eine etwas steifere Federung macht den Motorroller nur auf besonders glatten Strecken schneller. Viele alte Roller, die mit einer angepassten Federung ausgestattet sind, haben nach langjähriger Erfahrung eine weitaus härtere Abstimmung, als es selbst auf der glattesten Fahrbahn von Vorteil wäre. Wer mit dem eigenen normalen Roller über Kopfsteinpflaster rumpelt, wird feststellen, dass die Räder kaum Kontakt zur Straße haben und man alles doppelt sieht.

In den meisten Fällen reichen zwei Einstellungen aus: Feder-Vorspannung und Zugstufendämpfung. Für diejenigen, die etwas anspruchsvoller sind, ist die Einstellung der Druckstufendämpfung zu verwenden, um schnell gute Ergebnisse zu erzielen. Experten mit sportlichen Ambitionen werden die doppelte Druckstufendämpfung zu schätzen wissen.

Schließlich lohnt es sich, sich mit der Federung zu beschäftigen. Ein solides Fahrgestell macht das Fahren nicht nur sicherer, sondern auch angenehmer. Unglaublich, was mit der richtigen Einstellung alles erreichet werden kann.

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