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Vespa Fahrspaß in kalten Jahreszeiten

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Wer behauptet, dass wir im Herbst und Winter unsere Vespa nicht fahren können, macht einen Denkfehler. Klar, es ist kalt. Und es ist nass, rutschig und oft gefroren auf den Straßen. Da lassen wir unseren Roller doch lieber in der Garage. Aber nein, das tun wir nur im äußersten Notfall!

In der Garage kriegt die Vespa möglicherweise einen Standplatten und wir riskieren Flugrost. Wir müssten das Fahrzeug regelrecht einmotten. Gegen die Kälte kann sich jeder schützen. Auf jeden Fall kann sich jede/r RollerfahrerIn besser gegen Kälte wappnen, als gegen die Gluthitze im Sommer. Bei den gemäßigten Witterungsbedingungen, die wir seit Jahren im Winter erleben, lässt es sich ganz gut mit der Vespa fahren. Doch einige Dinge müssen beachtet werden, die nicht nur unser Wohlbefinden betreffen, sondern auch die Sicherheit im Straßenverkehr.

Was kann im Herbst/Winter gefährlich werden auf der Straße?

  • Frost, Kälte, schwierige Straßenverhältnisse
  • tief stehende Sonne, die uns blendet
  • Nebel, der die Sicht beeinträchtigt 
  • auf Landstraßen und Wirtschaftswegen, die mit Dreck und Schmutz von landwirtschaftlichen Fahrzeugen verunreinigt sind, kann sich ein schmieriger Straßenbelag bilden
  • auch mit Ernterückständen wie etwa Fallobst etc. ist zu rechnen
  • mit Feuchtigkeit und Nässe gepaart, ergibt das einen extrem gefährlichen Schmierfilm auf dem Straßenbelag (das wird in manchen Gegenden als Bauernglätte bezeichnet)

Wie können wir uns gegen solche Gefahren rüsten?

An erster Stelle, runter vom Gas. Sanft gebremst, wird die Gefahr des Rutschens minimiert, vor allem in der Beschleunigung aus Kurven heraus. Auch wenn langsamere Fahrzeuge dazu verleiten, keine übermäßigen Lenkmanöver vollziehen. Man sieht nur schlecht, wie die Straßenverhältnisse vor dem nächsten Fahrzeug sind und es kann sich immer eine Gefahr verbergen.
Generell sollte man vorsichtig beschleunigen, um ein unerwartetes Rutschen der Reifen zu minimieren. Insgesamt gilt, je geringer die Geschwindigkeit, desto weniger muss gebremst werden. Die Beschaffenheit des Asphalts sollte immer im Auge behalten werden, vor allem bei fremder Wegstrecke. Für ganz fremde Strecken kann es sich lohnen, im Vorhinein auf Google Maps die Umgebung der Route zu überprüfen. Bei Asphalt mit geringer Rautiefe, kann die Vespa auch schneller wegrutschen, da die Reifen weniger Haltung am Boden finden können.

Worauf muss im Herbst besonders geachtet werden?

Besonders auf und unter Brücken kann es oft ganz schön rutschig bzw. glatt werden bei niedrigen Temperaturen. Auch früh am Morgen und spät am Abend kann der Boden schneller gefrieren und FahrerInnen überraschen. Allgemein spricht man von Winterglätte schon ab ca. 4 ° Celsius im Plusbereich und wird von vielen unterschätzt. Es muss immer daran gedacht werden, dass unsere gute, betagte Vespa über keine serienmäßigen Sensoren verfügt, die vor Kälte und Glatteis warnen. Deshalb beim Wetterdienst vor der Fahrt Erkundigungen einholen über die aktuelle Wetterlage und wie es sich über den Tag entwickelt.

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Was müssen wir in technischer Hinsicht beachten?

Ganz wichtig ist das Reifenprofil:
Die vorgeschriebene Profiltiefe beträgt mindestens 1,6 Millimeter, wir empfehlen eine Mindestprofiltiefe von 4 Millimeter bei der Kälte. Wenn es so weit kommt, misst die Polizei das Reifenprofil an einer Stelle, die das geringste Profil aufweist, also in der Mitte des Reifens.
Wie ermittle ich selbst die Profiltiefe meiner Reifen?
Dafür eignet sich eine 2-Euro-Münze, deren silberner Rand eine Tiefe von 4 mm aufweist. Schaut dieser Rand aus der Profilrille des Reifens oben nicht raus, haben wir noch die empfohlene Profiltiefe von 4 mm. Alternativ kann auch eine 1-Euro-Münze genutzt werden. Deren goldener Rand weist eine Tiefe von 3 mm auf.

Für die richtige Auswahl gibt es ein großes Sortiment an Reifen nach Typ, in der alle Vespa BesitzerInnen sicherlich fündig und glücklich werden.

Bekleidung ist das A und O:
Warme und wetterfeste Kleidung anziehen, angefangen bei der Unterwäsche bis hin zur Oberkleidung. Kluge Leute schwören auf das Zwiebelprinzip, also lieber mehrere Schichten übereinander anziehen, als ein einziges dickes Teil. Schützende Handschuhe, die nicht nur die Kälte abhalten, sondern auch etwa gegen Schürfwunden bei einem Sturz schützen. Gute und zweckmäßige Kleidung ist zweifelsohne eine Frage der Investitionsbereitschaft.

Welche Wartungsarbeiten sind im Herbst und vor dem Winter fällig?

Wir unterscheiden zwischen DIY und Inspektion beim Fachhändler. Führen wir die Arbeiten selbstständig durch, sparen wir ordentlich Geld, brauchen allerdings handwerkliches Geschick, die nötige Zeit und das richtige Werkzeug zur Pflege und Wartung.

Hier gehen wir einmal davon aus, dass wir selbst dazu in der Lage sind:

  1. Als Erstes reinigen und putzen wir unseren Roller gründlich. Nicht nur wegen der Sauberkeit, sondern auch, um eventuelle Lackschäden zu lokalisieren und zu beheben, bevor ein größerer Schaden daraus wird.
  2. Mit einem Ringschlüssel lösen wir die Ablass-Schraube des Öltanks und fangen das Öl in einem geeigneten Behälter auf. Ist das Altöl vollständig ausgelaufen, die Schraube vom Ablass wieder reindrehen.
  3. Wenn wir die meist farblich markierte Einfüllschraube für das Motoröl gefunden haben, schrauben wir diese auf und befüllen den Öltank mit neuem Öl bis zur Füllmarkierung (Maximum)
  4. Danach begutachten wir den Luftfilter, indem wir den Filtereinsatz aus dem Gehäuse (meist aus Plastik) entnehmen. Zur Reinigung eignet sich idealerweise ein Kompressor, mit dessen Ausblaspistole wir den zuvor ausgeklopften Filter (gröbere Schmutzteile) final reinigen.
  5. Anschließend prüfen wir die Zündkerze(n) auf ihre Tauglichkeit. Bei starker Abnutzung/Verrußung direkt austauschen.
  6. Wir kontrollieren sorgfältig den Zustand der Bremsanlage, eventuell muss das Spiel der Bremshebel nachjustiert werden.
  7. Der Luftdruck und das Reifenprofil müssen geprüft werden.(siehe oben)
  8. Die Lichtanlage/Blinker sollten auf ihre Funktion gecheckt werden, damit die Vespa in dunklen Zeiten und Nebel nicht übersehen wird.
  9. Abschließend kontrollieren wir sämtliche Schrauben auf deren festen Sitz und Zustand.

Wichtiger Hinweis:
Je sorgfältiger und umfangreicher die Inspektion im Herbst hinsichtlich des bevorstehenden Winters ausfällt, desto weniger ist beim Frühjahrs-Check zu tun.

Wer sich die anfallenden Arbeiten nicht hundertprozentig selbst zutraut, sollte den fahrbaren Untersatz aus Sicherheitsgründen lieber einer Werkstatt anvertrauen.

In diesem Sinne: Gute Fahrt, auch (oder erst recht) in der kalten Jahreszeit!

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