Nahaufnahme eines Vespa Reifens

Der Vespa-Reifen: Aus der Not geboren

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Die Vespa wurde nach dem Zweiten Weltkrieg bekanntlich unter schwierigen Bedingungen entwickelt. Materialengpässe und fehlende Produktionskapazitäten zwangen den Ingenieur Corradino D`Ascanio dazu, ein minimalistisches Fahrzeug zu entwickeln.
Da dieses auch auf den vom Krieg schwer gebeutelten Straßen gut nutzbar sein sollte, war es sein Ziel, den Reifen wie bei einem Auto ähnlich schnell und unkompliziert wechseln zu können.
Daraus entstand die bis heute einmalige zweigeteilte Felge. Diese ermöglicht es den FahrerInnen, den Reifen mit minimaler Ausstattung an Werkzeug zu wechseln. Zusätzlich wurden vorne und hinten die gleichen Reifengrößen verbaut, sodass das mitgeführte Ersatzrad in beiden Fällen problemlos eingebaut werden kann.

Pflege der Reifen

Um es allerdings gar nicht erst so weit kommen zu lassen, empfiehlt es sich, die Motorroller-Reifen in regelmäßigen Abständen auch zu pflegen. Dazu ist es ratsam, auf spezielle Produkte aus dem KFZ-Bereich zurückzugreifen. Damit kann grober Schmutz leicht abgewaschen werden, was die Nutzungsdauer des Reifens deutlich verlängert. Bei leichten Verschmutzungen hilft oftmals auch ein Gemisch aus warmem Wasser und etwas Waschmittel. Ein sauberer Reifen an einer Vespa ist das bekannte I-Tüpfelchen der Pflege und sorgt für den ein oder anderen Hingucker an der nächsten Eisdiele.

Zu einer ordnungsgemäßen Vespa Reifenpflege gehört stets auch die Prüfung des Schlauches. Dieser härtet mit der Zeit aus und wird so deutlich empfindlicher. Im Zweifel empfiehlt es sich, den Schlauch besser zu früh als zu spät zu wechseln. Die Schläuche sind sehr günstig zu bekommen und beugen in vielen Fällen eine Reifenpanne vor. Bei der Montage sollten Vespa-FahrerInnen auch immer eine Dose Montagepaste bereithalten. Dadurch wird verhindert, dass der Schlauch am Inneren des Reifen kleben bleibt. Dass anschließend der jeweilige Reifenluftdruck erreicht werden muss, sollte wohl selbstverständlich sein.

Auch bei der Überwinterung ist es wichtig, den Reifenluftdruck vor dem Einwintern um etwa 25% zu erhöhen. So wird der bekannte „Standplatten“ vorgebeugt. Noch besser ist es allerdings, den Roller so aufzubocken, dass keiner der beiden Reifen den Boden berührt. Alternativ kann die Vespa auch in regelmäßigen Abständen ein kleines Stück bewegt werden. Steht die Vespa hingegen den kompletten Winter auf derselben Stelle, ist es durchaus wahrscheinlich, dass sich der Reifen verformt. Dies führt zu einer drastischen Einbuße an Fahrkomfort und Sicherheit.

Reifenwechsel – Ein Kinderspiel

Wie eingangs erwähnt, war es das bewusste Ziel der Entwickler, den Reifen leicht wechseln zu können. Bei den älteren Modellen ist dies nach wie vor der Fall. Beim Vorderrad reicht es aus, die fünf M8-Muttern zu lösen, um den Reifen abnehmen zu können. Der Ausbau des Hinterrades gelingt ebenso leicht. Auch wenn die Bremstrommel für Vespa-Neulinge teilweise etwas verwirrend sein mag; beim Ausbau des Reifens behindert diese nicht. Auch hier müssen lediglich die fünf Muttern gelöst werden, um den Reifen von der Achse nehmen zu können. Soll auch die Bremstrommel mit abgebaut werden, muss zusätzlich der Splint ausgetrieben werden und die Achsmutter abgeschraubt werden.

Diese Anleitungen beziehen sich auf Small-, Large- und Wideframe-Modelle bis zur PK- bzw. PX-Reihe. Im Anschluss wurde auf die zweiteilige Felge verzichtet und auf schlauchlose Felgen zurückgegriffen.
Da hier bis zu den aktuellen Modellen verschiedenste Felgen montiert wurden, wird hier auf genauere Ausführungen verzichtet.

Verschiedenen Reifentypen

Bei der Auswahl von neuen Reifen gibt es auch einiges zu beachten. Das Angebot an neuen Reifen ist mittlerweile breit gefächert. Neben den klassischen Reifen gibt es aktuell Sport-, Cross-, Allwetter- oder Weißwand-Reifen.
Zu beachten ist die jeweilige Größe der Felge. Diese Angabe besteht aus zwei einzelnen Informationen. Vor dem Strich steht die Nennbreite des Reifens, danach die entsprechende Größe in Zoll.
Bei der Smallframe-Reihe wurden nahezu ausschließlich Reifen der Größe 3.00-10 montiert. Ausnahme bilden hier die frühen 50 N, L und R-Modelle, auf denen die Größe 2.75-9 montiert wurde. Ähnlich ist die Unterteilung in den übrigen beiden Reihen. Die frühen Wide- und Largeframe-Modelle wurden mit 3.75-8 ausgeliefert, ab den 1960er Jahren wurde ausschließlich die Größe 3.50-10 montiert.
Diese Größenzahl ist jeweils auch mit einem Geschwindigkeits- bzw. Tragfähigkeitsindex versehen. Dieser bezieht sich auf die Höchstgeschwindigkeit des jeweiligen Rollers und darf unter keinen Umständen unterschritten werden. Eine Überschreitung ist hingegen kein Problem.

Damit der anstehenden Vespa-Saison nichts mehr im Wege steht, empfiehlt sich nochmals ein kurzer Reifencheck. Ganz nach dem Motto „Sitzt, passt, wackelt und hat Luft!“.

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