Kunst aus einer Vespa in einer Galerie ausgestellt

Kunstobjekte aus Vespas geformt – Rohrers bunte Welt

Stefan Rohrers Skulpturen, bunt und wunderbar verdreht, nehmen in der Kunstwelt eine Sonderstellung ein. Motorroller, Autokarrosserien und auch Modellautos bilden die Ausgangsbasis für seine Werke. In monatelanger Arbeit formt er daraus unverwechselbare und einzigartige Kunst. Voller Farbenpracht, verrückt verwirbelt und zugleich elegant geschwungen. Der Frankfurter Kunsthistoriker und Pressesprecher des Museum Art-Plus verfasste über die Objekte Rohrers ein Essay, in dem er sich über die Intensität der Skulpturen folgendermaßen äußerte: „Sie fesseln unseren Blick. Unwillkürlich verfolgen wir die verschlungenen Bahnen, die Rohrers Autos und Zweiräder einschlagen, werden wir in unserer Vorstellung umhergeworfen und durchgeschüttelt wie in einer Achterbahn, dass uns beinahe der Atem stockt.“

Vespas sind Rohrers große Leidenschaft

Das Kunst durchaus etwas mit Können zu tun hat, beweist sich in Bezug auf Rohrers Ausbildung, die damit begann, dass der 1968 in Göppingen geborene Künstler eine Ausbildung zum Steinmetz durchlief, die er letztlich im Jahr 1998 mit dem Meisterbrief krönte. Es folgten Studiengänge in Halle an der Saale an der dortigen Kunsthochschule sowie an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. In der Baden-Württembergischen Landeshauptstadt eröffnete er im Jahr 2004 sein Atelier. Dass dies in der Stadt von Porsche und Daimler geschah, kam nicht von ungefähr. Schon seit seiner Kindheit besitzt Rohrer eine große Affinität zu Autos. Eigentlich wollte er Autodesigner werden und auf indirekte Weise erfüllt er sich heute diesen Kindheitstraum mit seinen Werken. Dass nun jedoch bevorzugt Vespas die Objekte der Begierde sind, hat vermutlich mit der unvergleichlichen und unvergänglichen Eleganz der italienischen Roller zu tun.

stefan rohrer steht neben seinen Kunstwerken in einer Galerie
Stefan Rohrer inmitten seiner Kunstwerke

Monate können vergehen, bis eine Vespa Kunst vollendet ist

Am Telefon plaudert der Künstler über seine Intention, vor allem über seine Lieblingsobjekte, in die Jahre gekommene Vespas: „Als gelernter Steinmetz bin ich den Umgang mit Werkzeugen gewohnt, aber die Arbeit mit Blech und anderen Metallen habe ich mir als Autodidakt beigebracht. Für die alten Vespas habe ich einfach eine Leidenschaft, weil sie so schön sind. Leider sind sie schwer zu finden.“ Bevor sich Rohrer an das eigentliche Kunstwerk macht, erstellt er ein Modell davon im Maßstab 1:10. Wenn er mit dem Modell zufrieden ist, geht es ans Schweißen, spachteln, lackieren und polieren des großen Originals. Rohrer arbeitet grundsätzlich allein, weshalb durchaus mehrere Monate vergehen und die Gesamtlänge der gezogenen Schweißnähte bis zu 100 m betragen kann, bis das Objekt zur Zufriedenheit des Meisters fertiggestellt ist. Erst wenn in seinen Augen alles stimmt, darf das neu erschaffene Kunstwerk seinen Platz im Atelier oder gleich in einer Kunstausstellung einnehmen.

Italienisches Kult-Design wird zum Kunst-Objekt

Meist formt oder verformt Rohrer Motorroller zu Kunst, im Speziellen bevorzugt er die italienische Kultmarke Vespa. Die Fahrzeuge sind in der Regel Geschenke von Personen, die es fasziniert, wie daraus nun Kunst entsteht, eben Vespa Kunst. Obwohl selten, finden sich aber auch hin und wieder Fundstücke, die er bearbeitet. Meist hat der Künstler ein oder zwei der Roller oder zumindest Teile davon in der Garage stehen, die darauf warten, einer neuen Aufgabe zugeführt zu werden. So auch eine PX 80. Doch wann er daran geht, sie umzuformen, kann er nicht sagen. Es ist wohl eine Frage der Inspiration. Auf die Frage, ob er von seiner Kunst denn leben könne, antwortet der Göppinger mit Wahlheimat Stuttgart: „Ich werde nicht reich damit, aber ich komme gut über die Runden.
Was die Vespa und Rohrer so eng verbindet, lässt sich wohl damit erklären, dass die Vespa mit ihren geschwungenen Formen der Fantasie Flügel wachsen lässt.

Blaue Vespa kunstvoll um einen Laternenmast gedreht

Am 24. April 2022 endete die Ausstellung Speed Lines mit Werken von Stefan Rohrer im Museum im Kleihues-Bau in Kornwestheim.

Rohrer wird von der Galerie Scheffel in Bad Homburg vertreten, die mit den Jakobshallen faszinierende Kunsträume vorweisen können.

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Kommentare (2)

  1. Sehr interessant und beeindruckend. Auf eine Ausstellung in München würde ich mich freuen.
    Als Ape Begeisterter könnte ich mir auch hieraus ein Kunstwerk gut vorstellen.

  2. Das sieht ja mal umwerfend aus. Ich selber als begeisterter Vespafahrer und wohl auch die 80 Vespen Mitglieder in unserem Club würden eine Ausstellung in Hamburg in den Deichtorhallen absolut begrüßen…. Nur Mut – Hamburg wäre offen dafür 🙂 🛵

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