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E-Starter kaputt – woran kann es liegen?

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Jeder Vespafan kennt diese Situation:
Wenn es zu einer Panne oder irgendeiner Fehlfunktion am Motorroller kommt, dann garantiert zum falschen Zeitpunkt. Wobei sich die Frage stellt: Gibt es überhaupt einen richtigen Zeitpunkt für eine Panne oder einen Ausfall?
Wir betätigen den Startknopf unserer Vespa. Was passiert? NICHTS. Absolut tot. Noch nicht einmal ein Klacken oder Summen. Shit! Jetzt wäre ein Kickstarter nicht schlecht, aber die GTS 300 hat keinen Kickstarter, so wie viele andere Modelle auch nicht.

Als die Vespa Ingenieure auf die Idee kamen, beim Vesparoller Einspritzer zu bauen anstelle des klassischen Vergasermotors, dachten sie wohl: Alles Elektronik, Kickstarter geht eh nicht mehr, also weg damit, um Gewicht zu sparen. Allerdings existieren Möglichkeiten der Nachrüstung eines Kickstarters, je nach Modell, dazu benötigt es allerdings einen separaten Beitrag.

Vor dem geistigen Auge erscheint das Bild eines schwitzenden Vespisti auf, der versucht, seine Maschine durch anzuschieben zu starten. Das kannst du knicken, jedenfalls bei der GTS 300, die Kiste ist für die meisten zu schwer zum Anschieben.

Welche Ursache kann es haben, wenn der E-Starter streikt?

  • Sicherung durchgeschmort
  • Batterie leer
  • Kontakte des Startknopfs sind rostig oder verschmutzt (ist aber relativ selten der Fall)
  • Relais oder Anlasser defekt

In unserem Fall gibt der Roller keinerlei Laut von sich. Toll, das kann natürlich alles bedeuten, angefangen bei einer Sicherung, über die Batterie, bis hin zu Relais und Anlasser-Motor.

Wie stellen wir fest, ob die Batterie noch Power hat oder nicht?

Die Power der Batterie ist ausschlaggebend, im Idealfall ist ein Spannungsmessgerät vorhanden.

  • Messspitze vom roten Kabel an den Pluspol der Batterie halten
  • schwarzes Kabel an Minuspol
  • ab 12 Volt aufwärts ist die Batterie gesund; 12,7 Volt wären super (obwohl auf der Batterie nur 12 Volt steht)
  • zeigt das Messgerät 11,8 Volt oder weniger an, ist die Batterie meistens tiefenentladen, sprich TOT, dann muss sie ausgetauscht werden
  • ist sie schwach, aber noch nicht komplett leer, sofort anhängen und aufladen
  • bis zur erneuten Messung mindestens 30 Minuten abwarten

Bei schwacher Batterie ist das Batterieaufladegerät ein nützlicher Helfer und sollte in keiner Garage fehlen!

Batterie ausbauen und austauschen

Wenn all das nicht mehr hilft, muss die Batterie gewechselt werden; Entweder vom Fachpersonal oder für KennerInnen mit Hilfe der folgenden Punkte:

  • Abdeckung des Batteriefachs und Haltebügel entfernen (Schrauben sicher aufbewahren!)
  • schwarzes Kabel/Minuspol zuerst abschrauben
  • rotes Kabel/Pluspol als nächstes
  • Batterie herausnehmen, neue Batterie einsetzen
  • Kabelanschluss in umgekehrter Reihenfolge (zuerst rot, dann schwarz)
  • Tipp aus der Mottenkiste: Zur Befestigung der neuen Batterie sind meistens Schrauben samt den Gegenstücken beigepackt. Damit die Unterlegscheiben nicht ins Gehäuse fallen können, legen wir jeweils einen Papierstreifen unter das Schraubloch. Das Papier wieder entfernen, bevor die Schrauben final festgezogen werden.
  • Bügel und Abdeckung wieder befestigen
  • Tipp: Eine neue Batterie ist meistens nur vorgeladen. Demnach möglichst umgehend anhängen und komplett aufladen
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Batterie SIP 12V/9Ah, YB9-B

Batterie ist in Ordnung, was nun?

Ein Klacken oder Summen würde bedeuten, dass die Batterie in Ordnung ist. Ein schwacher Strom fließt durch das Relais, für den die dünnen Kabel vom Startknopf weg völlig ausreichen. Das Anlasser-Relais sollte mittels des Schwachstrom die dicken Kontakte anziehen und schließen, den Anlasser-Motor zum Arbeiten bewegen und den Motor der Maschine in Gang bringen.
Da der Schwachstrom alleine nicht ausreicht, den Anlasser selbst zu bewegen, haben wir womöglich einen Fehler in der Stromkette:

  • Batterie bricht zusammen, sobald das Relais seine Arbeit aufnimmt.
    Das Relais ist ein Magnetschalter, dessen Anker die dicken Kontakte anzieht und den Stromkreis schließt, daher das Klacken (Vorgang wiederholt sich zum Dauerklacken bei mehrmaligen Startversuchen hintereinander)
  • mögliche Kabelunterbrechung von Batterie zu Relais prüfen.
    Relais zieht zwar an, Anlasser startet trotzdem nicht, eventuell zu hoher Übergangswiderstand, verursacht etwa durch Grünspan oder lockere Verschraubung (das kommt häufiger vor als angenommen)
  • Startvorgang bei eingeschaltetem Licht, Licht wird deutlich dunkler, wenn die Batteriespannung zusammenbricht
  • falsche Polung Batterie ⇒ Relais
  • viele Fehlermöglichkeiten direkt im/am Relais gibt es glücklicherweise nicht
  • notfalls das Relais ausbauen und durchmessen
  • Tipp: Am Ende sollte doch ein preiswertes Messgerät angeschafft werden (nachhaltig, da es oft gebraucht werden kann), ansonsten stehen zu viele Wenn und Aber im Raum

Mögliche Defekte am Anlassermotor

  • verschlissene Kohle
  • eingerostete Lager
  • blockierter Freilauf des Anlasser-Motors (klemmt)

Abhilfe: Wir prüfen (mit einem Messgerät), ob der Strom am Anlasser ankommt. Schaltet das Relais nicht durch, ist die Wicklung des Magneten unterbrochen, dann ist auch kein Klicken/Klacken hörbar.

Fazit

Am besten sind Pannen, die gar nicht stattfinden, weil wir unsere Diva hegen und pflegen. Deshalb raten wir zu regelmäßiger Wartung und Überprüfung der Verschleißteile. Diese Handgriffe sind weit weniger zeitraubend als Pannen. Außerdem schonen sie unsere Nerven. Auch vermeintlich unwahrscheinliche Möglichkeiten, wie etwa ein defektes Kabel oder lockere Schrauben, prüfen und bei Bedarf austauschen.

Wichtig: Keine billigen Ersatzteile erwerben, weil diese meist importiert werden und eine minderwertige Qualität aufweisen können.
In diesem Sinne: Allzeit gute Fahrt!

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